Buch des Monats: Die jüdischen Wurzeln des Punks
Die Heebie-Jeebies im CBGB’s. Die jüdischen Wurzeln des Punk

Bücher über “Punk” füllen bei einschlägig Interessierten mittlerweile locker mehrere Umzugskartons oder Regalmeter. Eines der faszinierendsten ist Ende 2008 im Ventil Verlag in deutscher Übersetzung erschienen. Der us-amerikanische Autor und Musiker Steven Lee Beeber schuf mit “Die Heebie-Jeebies im CBGB´s. Die jüdischen Wurzeln des Punk” einen identitätspolitischen Kultur-Thriller, der in Kapiteln wie “Die Endlösung der Endlösung” kontroverses Tacheles redet. Er fördert dabei unter anderem zu Tage, dass Teile der bahnbrechenden New Yorker Band The Ramones, von der chauvinistischen englischen Musikpresse Ende der 70er als “Nazis” geschmäht, jüdische Wurzeln hatten. Wie die (Punk-)Ikonen Richard Hell, Lou Reed oder Jonathan Richman. Hells für Punk grundlegende Behauptung der “Blank Generation”, der Generation, die sich ihre Identitäten selbst schafft, wird vor diesem Hintergrund noch weit explosiver und die Schocktaktiken des Punk der 70er - das Provozieren mit Nazi-Symbolen - bekommen eine viel klarere Bedeutung. Brisant, weil derzeit Rechte linke Symbole systematisch vereinnahmen (ein rechter Mailorder beantragte Markenschutz für den Begriff “Hardcore”). Beeber liefert weiters einen kompakten Abriss neuerer jüdischer Kultur, in dem er den Bogen seines Buches vom Komiker Lenny Bruce bis hin zu John Zorn und dessen Label Tzadik Records spannt. Eine Klasse für sich ist das den Kontext zur Frage jüdischer Identitäten an sich herstellende Vorwort von Peter Waldmann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz.
Bestellen: http://www.ventil-verlag.de/









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